20. Türchen: Alles durch den Sohn

Ein wohlhabender Mann und sein Sohn liebten es, Kunstwerke zu sammeln. Sie hatten in ihrer Sammlung Werke von Picasso über Leonardo da Vinci bis hin zu Rembrandt. Als der Vietnamkrieg ausbrach, wurde der Sohn eingezogen und zum Kampf nach Vietnam geschickt.

Alles durch den Sohn

Er war sehr mutig und starb in der Schlacht. Der Vater wurde benachrichtigt und trauerte zutiefst um seinen einzigen Sohn. Etwa einen Monat später erschien ein junger Mann an der Tür seines Hauses und sagte: „Sie kennen mich nicht, aber ich möchte Ihnen zu aller erst mein tiefes Mitgefühl für den Tod Ihres Sohnes ausdrücken. Ich habe mit ihm in Vietnam gedient. Ihr Sohn hat sein Leben für mich aufs Spiel gesetzt. Ich war schwer verwundet und er hat mich in Sicherheit getragen, da traf ihn eine Kugel mitten ins Herz. Er war auf der Stelle tot. Er ist gestorben, um mich zu retten. Er hat oft von Ihnen und Ihrer Liebe zur Kunst gesprochen. Ich habe etwas für Sie“ Er zeigte auf das schulterhohe Paket, dass er mitgebracht hatte „Es ist etwas, das ich gemalt habe. Ich weiß, ich bin kein großer Künstler, aber ich wollte, dass Sie es von mir als kleine Erinnerung und als Dank erhalten.“ Es war ein Porträt seines Sohnes, gemalt von dem jungen Mann. Die Augen des Vaters füllten sich mit Tränen, als er dem jungen Mann für das Bild dankte. Er bot an, für das Bild zu bezahlen, aber der Soldat antwortete: „Nein! Ich könnte niemals zurückzahlen, was Ihr Sohn für mich getan hat. Es ist mein Geschenk an Sie.“

Der Vater hängte das Porträt über seinen Kaminsims und zeigte es stolz allen Besuchern, zusammen mit all den großen Kunstwerken, die er besaß. Einige Zeit später starb der alte Mann. Wie in seinem Testament verfügt, sollten alle seine Gemälde versteigert werden. Viele einflussreiche und reiche Menschen versammelten sich in der Hoffnung, mindestens eines der Meisterwerke am Ende der Auktion mit nachhause nehmen zu können. Auf einem Podest ganz vorne an der Bühne stand auch das Bild seines Sohnes. Der Auktionator klopfte mehrmals mit seinem Hammer. „Beginnen wir das Bieten mit dem Bild seines Sohnes. Wer wird für dieses Bild bieten?“

Es herrschte Stille. Niemand bot etwas. Eine Stimme rief von hinten: „Überspringen wir dieses Bild. Wir wollen die berühmten Meister.“ Aber der Auktionator blieb hartnäckig. „Zehn Dollar, 20 Dollar, was höre ich da?“ Eine andere Stimme kam wütend zurück: „Dafür sind wir nicht hergekommen. Wir wollen die Picassos, die Rembrandts, die van Goghs. Was soll dieser Blödsinn?“ Doch der Auktionator ließ sich nicht davon abbringen, das Bild zu versteigern. „Der Sohn. Jemand für den Sohn? Wer nimmt den Sohn?“ Schließlich kam eine Stimme von hinten. Es war der Soldat, für dessen Rettung der Sohn ums Leben gekommen war. „Ich nehme den Sohn für 100 Dollar.“ „100 Dollar zum Ersten, 100 Dollar zum Zweiten, irgendjemand für 150 Dollar?“ Stille im Raum. „Verkauft für 100 Dollar.“ Der Sohn ging nach vorne zum Leiter der Auktion, legte 100 Dollar auf den Tisch und sagte noch zu den Teilnehmern der Auktion „Ich weiß, es ist kein schönes Bild, ich habe es ja selbst gemalt und bin kein guter Maler. Aber es ist das einzige Andenken, das ich an den Mann habe, der mein Leben gerettet hat. Ich habe nicht annähernd so viel Geld wie die meisten von Ihnen, aber ich hätte dafür auch mehr als 100 Dollar gezahlt.“ So setzte er sich mit dem Bild neben sich wieder in die letzte Reihe der Auktion. „Fahren wir mit der Auktion fort“, rief ein wohlhabender Kunstkenner, der in der ersten Reihe saß.

Der Auktionator legte seinen Hammer nieder und sagte. „Es tut mir leid, aber die Auktion ist beendet.“ „Aber was ist mit den anderen Gemälden? Den Meistern?“ „Die Auktion ist vorbei“, sagte der Leiter der Auktion. „Ich wurde gebeten, die Auktion mit einer Bedingung durchzuführen. Ich bekam den Auftrag, nur das Bild des Sohnes zu versteigern. Wer auch immer dieses Gemälde kaufen würde, würde den gesamten Nachlass erben, die Gemälde und alles andere. Derjenige, der den Sohn will, bekommt alles.“[1]


Der Vater in der Geschichte liebte den Sohn über alles. Es war sein einziger Sohn. Für den Vater war es klar: Nur, wer den Sohn so schätzte wie er, ist es wert, alles zu bekommen, was er zu vererben hatte.

Zugleich ist der Vater in der Geschichte ein Bild für Gott und der Sohn steht für Jesus Christus, den Sohn Gottes. Der Sohn rettete den Soldaten mitten aus der Schlacht. So steht der gerettete Soldat für jeden einzelnen von uns.

Der Vater in der Geschichte hätte dem Soldaten sicher nichts geschenkt oder vererbt, wenn es dem Soldaten gleichgültig gewesen wäre, dass der Sohn für ihn gestorben war. Wertschätzung und Dankbarkeit gegenüber unserem Retter, Jesus Christus, ist die Bedingung dafür, dass Gott uns etwas schenken kann.

Anders als in der Geschichte vererbt Gott jedoch nichts da er ja nicht tot ist, sondern er verschenkt etwas. Gott schenkt – wie wir Menschen auch – nicht einfach an Wildfremde. Gott schenkt denjenigen, die eine Beziehung zu ihm haben. Auch wir verschenken an Weihnachten nichts an Wildfremde, wir schenken den Menschen etwas, die uns am Herzen liegen.

Gott verschenkt großzügig und ohne Gegenleistungen zu erwarten – und er hat unendlich viel zu verschenken. Er möchte uns tiefen inneren Frieden und Zufriedenheit schenken, Kraft um auch in schwierigen Umständen nicht aufzugeben, er schenkt Mut statt Angst, Geborgenheit und Nähe zu ihm statt Einsamkeit. Er befreit uns von Süchten – denn hinter jeder Sucht steht eine Sehnsucht und nur Gott selbst kann die tiefsten Sehnsüchte in unserem Herzen stillen.

Durch Jesus schenkt uns Gott auch Vergebung für alles, was wir in unserem Leben falsch gemacht haben und wo wir schuldig geworden sind. Vergebung unserer Schuld wurde möglich, weil Jesus freiwillig für uns alle am Kreuz starb. Das feiern wir Christen an Ostern. Warum Jesus für unsere Schuld sterben musste, dass Gott uns vergeben kann, erkläre ich übrigens mit der Geschichte „Die Legende von Fürst Schamyl“ bei Türchen Nr. 18.

An Weihnachten feiern wir Christen, dass Gottes Sohn als Jesus Christus Mensch wurde und als menschliches Baby auf die Erde kam; Manche nennen ihn auch „Das Christ-Kind“.

Seinen Geburtstag und die Tatsache, dass er Mensch wurde, feiern wir nur deshalb so groß und ausgiebig, weil wir wissen, was Jesus in seinem Leben für uns getan hat. Jesus hat, wie kein anderer, vor ihm den Menschen Gott als Vater vor Augen gemalt. Er redete von einem liebenden Vater, der sich eine Beziehung zu uns Menschen wünscht. Was jedoch noch viel wichtiger ist, ist dass er auch für uns gestorben ist am Kreuz.

Wäre er nicht für uns gestorben, so wie der Sohn in der Geschichte für den Soldaten, wäre er einfach nur ein guter Mensch gewesen wie Mutter Theresa oder Martin Luther King, oder ein besonders weiser Mann wie Konfuzius oder Sokrates. Für deren Geburtstag feiern wir schließlich auch kein Fest wie Weihnachten – denn sie nicht für uns gestorben.

Wer eine Beziehung zu Gott haben möchte und von ihm beschenkt werden will, der muss das größte Geschenk, das Gott uns angeboten hat, zuerst annehmen. Und das ist, dass Jesus für uns Mensch wurde und für uns gestorben ist. Jesus ist nicht tot geblieben. Nach drei Tagen hat Gott selbst ihn wieder zum Leben erweckt und Jesus ist nun wieder bei Gott im Himmel. Deshalb können wir auch heute noch durch Jesus Christus eine Beziehung zu Gott haben.


Möchtest du auch eine Beziehung zu Gott und von ihm beschenkt werden?

Dann lade ich dich ein, mit Gott zu reden. Wir nennen das auch „beten“. Du könntest zum Beispiel folgendes sagen: „Danke Gott, dass du eine Beziehung mit mir haben möchtest und mich beschenken möchtest. Ich möchte deine Geschenke annehmen. Danke Jesus, dass du für mich auf die Erde gekommen bist und sogar für mich am Kreuz gestorben bist. Ich verstehe das noch nicht so ganz. Bitte hilf mir, es noch besser zu verstehen. Ich möchte dich gerne besser kennen lernen. Danke für dein Geschenk an Weihnachten!“


[1] Inspiriert durch: Ramesh Richard, Preparing Evangelistic Sermons: A Seven-Step Method for Preaching Salvation


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