4. Türchen: Ein Gespräch im Mutterleib

Zwei Babys unterhalten sich miteinander im Bauch einer schwangeren Frau.

Da fragte das eine Baby etwas skeptisch: „Glaubst du wirklich an ein Leben nach der Geburt?“

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Darauf erwiderte das Andere völlig überzeugt: „Unser Leben nach der Geburt gibt es wirklich. Unser Leben hier ist doch die Vorbereitung auf das viel besseres Leben, das uns nach der Geburt erwartet.“

Das Erste war damit nicht einverstanden und entgegnete: „Blödsinn, das gibt es doch nicht! Ein Leben nach der Geburt, lächerlich, wie soll das denn bitte aussehen?“

Darauf der Erste: „Es wird heller sein. Du wirst mit deinen Augen wunderbare Dinge sehen können, die du dir jetzt nicht einmal vorstellen kannst und wir werden mit unseren Beinen in einer uns noch unbekannten Welt herumlaufen und mit dem Mund essen …“

Da wurde es auch schon mitten im Satz unterbrochen: „Mit dem Mund essen? Geht’s noch? Schau her! Was meinst du, wozu du diese Nabelschnur hier hast? Und die ist viel zu kurz – und vor allem ‚laufen‘ – ich kenne nur ‚schwimmen‘? Und womit willst du ‚laufen‘? Mit den Händen? Oder mit den Füßen? Wer‘s glaubt wird Spaziergänger!“

Darauf hörte es eine ganz hoffnungsvolle Antwort: „Doch, das wird schon gehen, es wird eben nach der Geburt alles anders sein.“

Das war seinem Zwilling dann doch zu naiv: „Jetzt hör mal gut zu. Es ist doch so, dass noch keiner ‚nach der Geburt‘ zurück zu uns in den Bauch gekommen ist. Mit der Geburt ist alles zu Ende. Ende – Finito – aus. Es gibt kein Leben nach der Geburt. Der Sinn des Lebens besteht darin, hier glücklich zu sein und gesund alt zu werden.“

Schnell wurde es dann beschwichtigt: „Jetzt komm mal wieder runter. Glück und Gesundheit sind ja schön und gut. Und ja, Nabel und Schnur sind wichtig, aber viel wichtiger ist das Leben nach der Geburt. Dann werden wir unsere Mutter sehen!“

Voller Zweifel hinterfragte das andere Baby: „Mutter? Du glaubst an eine Mutter? Wo ist sie denn bitte deine Mutter?“

Der erste lachte fröhlich, und sagte: „Erstens ist sie auch deine Mutter, ob du das glaubt oder nicht, und zweitens ist sie überall. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie könnten wir gar nicht sein.“

Darauf der zweite genervt: „Ach hör doch auf! Ich habe diese Mutter weder gehört noch gesehen. Warum lässt sie uns denn hier allein? Wo ist sie denn? Ich glaube nur was ich sehe!“

Darauf das Andere: „Deine Augen sehen doch noch gar nicht. Sehen wirst du sie dann, vertrauen musst du heute. Aber wenn du mal still bist und genau hinhörst, dann kannst du sie manchmal singen hören. Ich glaube auf jeden Fall, dass unser eigentliches Leben erst dann beginnt. Ich spüre Mutters Liebe heute schon, und das macht mich gewiss, dass das Leben nach der Geburt noch viel schöner wird.“ [1]


Auch ein Weihnachten feiern wir eine Geburt. Wir feiern auch, dass es eine Zeit vor der Geburt gibt und eine Zeit nach der Geburt. Die gesamte Menschheitsgeschichte ist in unserer westlichen Zeitrechnung sogar daran ausgerichtet: Es gibt eine Zeit vor der Geburt von Jesus Christus und eine Zeit nach der Geburt von Jesus Christus – und nun sind wir schon im Jahr 2020 nach der Geburt von Jesus.

Die Babys in unserer Geschichte haben sich über ihre eigene Geburt unterhalten. Die Frage wurde heiß diskutiert: Gibt es ein Leben nach der Geburt? Jeder Leser oder Hörer der Geschichte hat sicher sofort erkannt, dass die Geschichte auf etwas anderes hinauswill. Hier steht das Leben nach der Geburt symbolisch für das Leben nach dem Tod. Die Frage lautet: Gibt es ein Leben nach dem Tod? Und falls ja – wem werden wir dort begegnen? Gibt es eine Mutter – lautete die Frage in der Geschichte. Im übertragenen Sinn lautet die Frage: Gibt es einen Gott?

Nun, diese Frage ist wohl schon von Tausenden Denkern und Philosophen behandelt worden, die viel schlauer sind als ich. Deshalb möchte ich jetzt nicht diskutieren. Vielmehr lade ich dich hiermit auf ein Experiment ein. Das etwas „religiösere“ Baby in der Geschichte schlug vor: „Aber wenn du mal still bist und genau hinhörst, dann kannst du sie manchmal singen hören“ – Nun, mein Rat ist etwas anders. Hinhören ist gut – aber wie wäre es, wenn du Gott zuvor eine Frage stellst? Wenn du Ihm die Möglichkeit gibst, sich dir zu zeigen? Wenn du es wagst und Gott sich dir zeigt, dann kannst du dir sicher sein, dass auch du seine Liebe erleben wirst. Es könnte der Anfang für eine Beziehung mit Gott werden, die dein Leben völlig verändern kann. Du musst nicht warten auf ein Leben nach der Geburt, pardon – auf ein Leben nach dem Tod. Du kannst Gott hier und heute persönlich kennenlernen.


Ich schlage vor, dass du mit einem einfachen Gebet beginnst, herauszufinden, ob es diesen Gott gibt oder nicht. Es könnte etwas so klingen: „Gott, ich weiß noch nicht einmal ob es dich überhaupt gibt. Aber falls es dich gibt, möchte ich dich kennenlernen. Ich bitte dich, dass du mir zeigst, dass es dich gibt.“

Und nun kannst du gespannt sein, was Gott in der nächsten Zeit tun wird.


Der Geschichten-Adventskalender Podcast
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Rainer Brose

24 weihnachtliche, besinnliche und spirituelle Kurzgeschichten

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      [1] Inspiriert durch: Meier, Erika, Zeitung „der Ausweg“.

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