5. Türchen: Friseure gibt es nicht

Ein Mann sitzt beim Friseur, um sich den Bart rasieren und die Haare schneiden zu lassen. Während der Arbeit unterhalten sich Kunde und Friseur angeregt über alles Mögliche.

Dann sagt der Friseur: „Ich glaube nicht, dass Gott existiert.“

Der Kunde fragt ihn darauf: „Wieso glauben sie das?“

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Worauf der Friseur antwortet: „Nun, Sie müssen nur mal in die Welt schauen um zu sehen, dass es Gott nicht gibt. Wenn Gott existieren würde, dann gäbe es nicht die vielen Kriege! Und in Afrika würden keine Kinder verhungern. Wenn Gott existierte, gäbe es weder Hass, Schmerz noch Armut. Ich kann mir keinen liebenden Gott vorstellen, der all diese Dinge erlaubt.“

Der Kunde denkt einen Moment nach, weiß aber keine sinnvolle Antwort. Der Friseur ist ohnehin fertig mit seiner Arbeit, der Kunde bezahlt und verlässt den Friseursalon. Während er durch die Fußgängerzone geht, sieht er eine Frau mit zerzausten, kaputten Haaren. Kurz darauf sieht er einen Mann mit langen, dreckigen Haaren und einem zerzausten Vollbart. Sie sehen sehr schmutzig und ungepflegt aus, so als wären sie noch nie bei einem Friseur gewesen.

Der Kunde geht zurück in den Salon und sagt zum Friseur: „Wissen Sie was? Es gibt keine Friseure!“

Der Friseur ist verdutzt und antwortet „Warum sagen Sie so etwas? Ich bin ein Friseur und das wissen Sie! Ich habe Ihnen ja gerade noch die Haare geschnitten!“

„Nein!“, ruft der Kunde, „Friseure gibt es nicht! Denn wenn es sie gäbe, dann würden keine Menschen mit langen, dreckigen Haaren oder einem ungepflegten Bart herumlaufen, wie dieser Leute dort draußen, die ich gerade gesehen habe!“

„Halt, halt“, wirft der Friseur ein, „Sie interpretieren das völlig falsch! Natürlich gibt es Friseure! Das Problem ist, dass die Menschen nicht zu uns kommen!“

„Sehr richtig! Genau das ist es!“, erwidert der Kunde. „Gott gibt es auch. Das Problem ist, dass die Menschen nicht zu ihm kommen und sich von ihm mit Liebe für ihre Mitmenschen beschenken lassen und sich nicht von ihm verändern lassen. Gott könnte Hass in Liebe verwandeln, Geiz in Großzügigkeit. Er könnte die tiefen Verletzungen in uns heilen die uns dazu bringen, andere zu verletzen. Das ist der Grund, warum es so viel Schmerz und Armut in der Welt gibt.“ [1]


Ich habe schon mit sehr vielen Menschen über diese Frage geredet, wie Gott so viel Leid zulassen kann, wenn er doch so gut ist. Und ich weiß, dass das Leid in der Welt für sehr Viele ein großes Hindernis ist, an Gott zu glauben – und das nicht zu Unrecht. Auch mir hat die Frage oft zu schaffen gemacht – und das nicht nur ganz theoretisch und abstrakt, sondern durch viel Leid, dass ich selbst hautnah miterlebt habe. Selbstverständlich, verstehe ich nicht alles und kann auch nicht alles erklären. Aber ich möchte hier einige Gedanken mit euch teilen: Viel Leid kommt daher, dass wir Menschen egoistisch, geizig, lieblos, nachtragend, neidisch und eifersüchtig sind. Kriege, Erbstreite, Diebstahl, Betrug, Ausbeutung, Mobbing und Mord kommen alle von uns Menschen. Selbst manche Naturkatastrophen sind Folgen der globalen Erwärmung, wir als Menschen selbst verursacht haben.

Was hat diese Geschichte nun mit Weihnachten zu tun? Einfach alles! Als Christen glauben wir: Vor 2000 Jahren wurde Gott Mensch in Jesus Christus – und diese Geburt feiern wir an Weihnachten. Wir feiern, dass Gott uns Menschen nahegekommen ist, indem er als menschliches Baby auf die Erde gekommen ist. Jesus wurde ein erwachsener Mann und liebte die Menschen. Von ihm wird berichtet, dass er ausgestoßenen Menschen half, wieder Teil der Gesellschaft zu werden. Hoffnungslosen Menschen gab er neuen Mut. Er kümmerte sich um Arme und Schwache. Sogar Wunderheilungen werden berichtet: Blinde, die wieder sehen konnten, Taube, die wieder hören konnten – und noch viel mehr. Viele Menschen haben durch Jesus Hilfe erlebt. Nicht nur war er uns ein Vorbild, wie wir handeln sollen, sondern vor allem erzählte er uns von Gott dem Vater, der uns liebt. Als Jesus auf der Erde lebte, hat diese Liebe Gottes viele Leben völlig verändert.

Gottes Arme sind noch heute weit ausgebreitet und er möchte eine persönliche Beziehung mit jedem Menschen. Er kann uns füllen mit seiner Liebe, Kraft, Frieden, Dankbarkeit, Zufriedenheit und Vergebung. Umso mehr Menschen sich von Gott erfüllen und verändern lassen, umso mehr verändert sich die Welt.

Mir ist natürlich bewusst, dass ich hiermit nicht alles Leid erklären kann – aber dazu mehr in einer anderen Geschichte hier im Kalender.

Wenn wir das Geschenk von ihm annehmen, ihm nahe zu sein und uns verändern zu lassen, dann sind wir wie die Menschen, die das Angebot eines Friseurs annehmen und uns die Haare schneiden lassen. Und es kostet uns nicht einmal etwas. Wir müssen einfach nur hingehen.


Das „Hingehen und Geschenk annehmen“ könnte so aussehen in dem du zu Gott betest:

„Hallo Gott, Ich habe gehört, wie du durch Jesus das Leben von anderen Menschen verändert hast. Bitte hilf den Menschen, die viel Leid verursachen, sich zu verändern. Bitte hilf auch mir, meinen Teil dazu beizutragen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Bitte verändere mich, wo ich auch einen Teil des Leides verursache.“

Nach diesem allgemeinen Gebet, kannst du ihm noch deine konkrete Situation erzählen und z.B. so beten:

„Gott, ich stecke mitten in einem Erbstreit und weiß nicht mehr weiter. Bitte fülle mich mit deiner Liebe, dass es mir nicht so wehtut, wenn meine Verwandten so böse zu mir sind. Hilf mir, ihnen zu vergeben und nicht im Hass zurückzuschießen. Bitte fülle mich mit deinem Frieden und mit Dankbarkeit, dass ich nicht geizig bin, und um noch mehr Geld kämpfen muss. Bitte hilf uns allen, uns wieder zu versöhnen, dass unsere Familie nicht auseinanderbricht.“ Vielleicht sind es auch ganz andere Situationen, die dir derzeit das Leben schwermachen. Nimm dir doch jetzt einen Moment Zeit, um Gott um seine Hilfe dafür zu bitten.


Der Geschichten-Adventskalender Podcast
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Rainer Brose

24 weihnachtliche, besinnliche und spirituelle Kurzgeschichten

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      [1] Autor unbekannt, kursiert im Internet, hier in veränderter, überarbeiteter und sprachlicher angepasster Variante

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