Flüchtlinge, Corona, Essen und die Gute Nachricht in Githurai

Etwas zu essen zu bekommen und dabei nicht gesehen werden – diese Wünsche führten kongolesische Flüchtlinge zu unserer Hilfsaktion in Kenia. Doch sie bekamen noch mehr.

Die Flüchtlinge aus der Demokratischen Republik Kongo hatten es noch schwerer als viele andere Notleidende, die zu unserer Lebensmittelverteilung in Githurai kamen. Vor Jahren waren sie selbst am Krieg beteiligt und waren schlussendlich nach Kenia geflohen. Dort leben sie nun unter ärmlichen Bedingungen und der ständigen Angst, dass ihre Vergangenheit sie einholt, dass sie jemand findet und Rache nimmt.

Dann kam Corona – und durch die vielen Einschränkungen zur Eindämmung des Virus die massiven wirtschaftlichen Folgen. Viele Menschen, darunter auch diese Flüchtlinge, sind nicht mehr in der Lage, genügend Lebensmittel für sich und ihre Familien zu besorgen. Als die Flüchtlinge dann zu unserer Lebensmittelverteilung kamen, wollten sie am liebsten nicht gesehen werden – und erst recht nicht auf irgendwelchen Fotos zu sehen sein. Auf den Bildern in diesem Bericht ist daher niemand von ihnen zu sehen, sondern andere Bewohner von Githurai und unsere Mitarbeiter. Dem Hunger vieler Flüchtlinge konnten wir schnell begegnen. Und was noch viel wichtiger ist: Viele von Ihnen haben von Jesus gehört und sich entschieden, Ihm nachzufolgen.

Für diesen dritten Einsatz im Rahmen unserer Corona-Hilfsaktion in Kenia wählten wir ein gemischtes Modell: Zentrale Lebensmittelausgabe und Hausbesuche. Zuerst konnten wir auf dem Grundstück einer Gemeinde zentral Lebensmittel ausgeben. In den Tagen zuvor hatten wir mithilfe der Regierung schon Listen der Familien erstellt, deren Not derzeit am höchsten ist. Der Andrang war gewaltig und viele Familien, die nicht auf unseren Listen standen, mussten leider vor den Zäunen der Gemeinde bleiben, weil das Essen einfach nicht genug für alle war. Bei der zentralen Verteilaktion predigte Allan Muriithi das Evangelium – niemand sollte nach Hause gehen, ohne von Jesus gehört zu haben. Nach der zentralen Verteilaktion zogen viele unserer freiwilligen Helfer los zu den Familien in der Nähe, die aus bespielsweise aus gesundheitlichen Gründen nicht kommen konnten. Auch hier: Jede Familie hörte in den Gesprächen beim Verteilen die Gute Nachricht.

Sowohl bei der zentralen Verteilaktion als auch bei den Einsätzen von Haus zu Haus wurde mein neues Heft „Turning Fear into Hope“ („Furcht wird in Hoffnung verwandelt“) verteilt, dass ich speziell für die aktuelle Corona-Situation geschrieben habe. Allein an diesem Tag konnten wir 180 Großfamilien (ca. 10 Personen, mehr als auf den Bildern zu sehen ist) – etwa 1800 Menschen – mit Lebensmitteln versorgen, über 50 Erwachsene trafen zum ersten Mal in ihrem Leben eine Entscheidung für die Nachfolge – dazu viele Kinder. Andere waren früher mit Jesus unterwegs gewesen und trafen eine neue Entscheidung für die Nachfolge.

Die Pastoren der Gemeinden vor Ort berichteten auch einige Woche nach dem Einsatz mehrfach von vielen neuen Gemeindemitgliedern und der größeren Offenheit für das Evangelium, die durch die Verteilaktion entstanden ist.

Bildergalerie
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