Himmlisch von Jesus reden – Unterwegs mit Missionspiloten

Normalerweise gehören Evangelisationsschulung und praktische Einsätze so untrennbar zusammen wie Tanken und Autofahren. Doch dieses Mal lief alles anders.

Seminar im Freien (Aufgrund der Coronamaßnahmen)
Seminar im Freien (Aufgrund der Coronamaßnahmen)

So hatten wir auch für diese Freizeit geplant, das Gelernte auch in der Praxis anzuwenden und Menschen bei einem Straßeneinsatz in der nächstgrößten Stadt von Jesus zu erzählen. Durch die derzeit gültigen Corona-Auflagen war es Teil des Hygienekonzepts der Freizeit, jeden vermeidbaren Kontakt nach außen zu unterlassen. Die Mitarbeiterinnen des Diakonissen-Mutterhauses in Lachen, die uns beherbergten, haben sich größte Mühe gegeben, dass wir das Seminar überhaupt durchführen konnten. Dafür waren wir sehr dankbar! Aus Respekt ihnen gegenüber und aus Rücksicht gegenüber den älteren Menschen, um die sich kümmern, mussten wir den Einsatz leider absagen.

Nur Trockenübungen?

Halb so wild – denn wie bei jeder Schulung war es mein Ziel, Menschen vor allem für den Alltag zu befähigen, von Jesus zu reden – mit Freunden, Bekannten und Kollegen. Dazu machten wir dann schließlich auch einige Trockenübungen im Seminar und lernten unsere Geschichte mit Gott zu erzählen, oder das Evangelium mit Hilfe von Geschichten weiterzugeben.

Funktioniert Straßenevangelisation?

Bei dem geplanten Straßeneinsatz kam auch diese Frage wieder auf: Funktioniert Straßenevangelisation? Zu Recht, denn sie bringt besondere Herausforderungen mit sich.

Aber auch das Potential ist gewaltig:

  1. Sie sind eine geniale Möglichkeit, erste Schritte beim Weitererzählen des Evangeliums zu gehen, ohne dabei enge Beziehungen zu belasten, in denen es Vielen ohnehin schwerer fällt, über den Glauben zu sprechen. Straßeneinsätze haben schon sehr oft dazu geführt, dass Seminarteilnehmer zum ersten Mal jemanden zu Jesus führen konnten und somit Sicherheit für den Alltag gewinnen konnten, und es anschließend in engeren Beziehungen anwenden konnten.
  2. Auch sind solche Einsätze mit Einzelgesprächen sehr effektiv und es vergeht (fast) kein Einsatz, bei dem nicht Menschen auf der Straße ihr Leben Jesus geben.
  3. Wir können auf diesem Weg Menschen mit dem Evangelium erreichen, die keine gläubigen Freunde oder Bekannte in ihrem Umfeld haben; denn es gibt unzählige Menschen, die keine gläubigen Freunde haben.

Beim Straßeneinsatz vor vielen Jahren zum Glauben gekommen

Immer wieder höre ich Geschichten von Menschen, die durch unsere Einsätze zum Glauben gekommen sind und Jahre später noch Jesus nachfolgen. So erzählte mir Sabine bei der Schulung ihre Geschichte:

Vor über 30 Jahren, im Jahr 1989, war sie in Stuttgart von Martin Heidenreich (der mich auch lange als Mentor begleitet hat) und Martin Spreer auf der Königstraße angesprochen worden. Nach einem längeren Gespräch traf sie mitten in der Fußgängerzone eine Entscheidung für Jesus. Seitdem folgt sie konsequent Jesus nach und hat schon etlichen anderen Menschen die Gute Nachricht weitererzählt.

Im Himmel zuhause

Teilnehmer der Freizeit waren überwiegend Mitglieder des CPV, die zwei Dinge verbinden: „Die Liebe zum Gott der Bibel und seinen Menschen. Die Liebe zur Fliegerei, ob nun selbst aktiv oder als Mitflieger. Mit anderen Worten: Wir sind im Himmel zu Hause!“ (Text der Website) Unter den Teilnehmern waren also aktive Missionspiloten, angehende Missionspiloten, ehemalige Missionspiloten aber auch Berufspiloten und Freunde der Fliegerei, die ihre Liebe zur Aviatik [1] nutzen wollen, um Menschen von Jesus zu erzählen.

Besonders begeistert hat mich die Vision des CPV: Es angehenden Missionspiloten möglich zu machen, all die nötigen Flugstunden zu sammeln, die sie für ihren äußerst teuren Flugschein brauchen. Somit hat der CPV einen großen Beitrag dazu geleistet, dass Missionspiloten nun in vielen Teilen der Welt unterwegs sind, um Menschen von Jesus zu erzählen oder anderen Missionaren zu helfen, die Gute Nachricht zu verbreiten.

Einsatz mit Mira

Rundflug mit Mira
Rundflug mit Mira

Besonders schön war es für mich, dass meine Freundin Mira dabei sein konnte. Sie hat mir bei der Ausarbeitung der Vorträge und vielen praktischen Aufgaben in der Vorbereitung und während des Seminars geholfen. Uns wurde auch ein Rundflug spendiert – mich hat es an Ostafrika und die geniale Zeit mit Peter Franz in der Cessna erinnert. Für Mira hingegen war es das erste Mal im kleinen Viersitzer, bei dem sich alles holpriger anfühlt als in einem großen Linienflugzeug. Für den Flug sind wir sehr dankbar!

Überraschendes Wiedersehen

Treffen mit Samuel Franz
Treffen mit Samuel Franz

Eine besonders schöne Begegnung hatte ich völlig unerwartet mit Samuel Franz. Vor 10 Jahren hatte ich ihn in Kenia bei meinem ersten Missionseinsatz mit Gospel Fire International kennengelernt. Mittlerweile ist er Geschäftsführer beim Missionsflugdienst MAF. Es war ein schöner Austausch über die geniale Zeit bei Peter Franz, bei dem ich sieben Jahre als Co-Evangelist im Dienst mitarbeiten durfte.



Es war eine Woche, die mich selbst inspiriert hat. Es war genial, technisch begeisterte und begabte Menschen zu sehen, die all ihr Können und ihr ganzes Leben zur Verbreitung des Evangeliums einsetzen. Es hat mich sehr berührt, die vielen Beter zu sehen, die am Seminar teilnahmen, und jeden Morgen (!) für Missionspiloten beteten. Die Begegnungen mit Matthias Reuter (Mercy Air), Armin Krämer (CPV) und Matthias Keppler (PMA) waren sehr bereichernd!

Was das Evangelistenherz besonders höherschlagen ließ: Viele normale Menschen, die gelernt haben, anderen von Jesus zu erzählen – keine Verkäufertypen oder außergewöhnlich extrovertierte Menschen, ohne jahrzehntelange theologische Ausbildung: Menschen, wie du und ich.


[1] Ich habe auf der Freizeit ein neues Fremdwort gelernt! Es heißt nichts anderes als Flugtechnik, Flugwesen oder Fliegerei (Wikipedia-Artikel: Aviatik)

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