Ja ist denn heut’ schon Weihnachten? – Evangelisationstraining in Wiesloch

„Ja ist denn heut schon Weihnachten?“ Mit solchen Parolen wurden wir in Wiesloch oft begrüßt – und dass mitten im Sommer.

Weihnachtsmannkostüme bei sommerlichen Temperaturen verblüfften viele. Manche brachte es gar aus der Fassung: „Hören Sie auf damit! Sie bringen ja die ganzen Kinder durcheinander!“, maßregelte uns eine ältere Dame. Einige wohlerzogene Kinder versuchten hingegen mit ihren eingeübten Weihnachtsgedichten ein paar Süßigkeiten zu erheischen.

Mich Acker, Pastor des Gospel House Wiesloch, bereitet die Teilnehmer auf den Einsatz mit Weihnachtsmannkostümen vor.

Wozu die Kostüme? Ganz einfach: Um mit den Menschen ganz locker ins Gespräch zu kommen und von Jesus zu erzählen. „Für mich ist jeden Tag Weihnachten!“ lautete unsere Auskunft darüber, warum wir denn so früh im Jahr dem winterlichen Brauch folgten. Und so waren wir auch ganz schnell beim Kern des Evangeliums: Gott wurde Mensch und sehnt sich nach Gemeinschaft mit uns!

Die Neuheiden kommen!

Vorbei ist die Zeit der wiedergekäuten Standartantworten: „Ein alter Mann mit Rauschebart auf einer Wolke – so stelle ich mir Gott vor.“ Diese christlich verbrämten und humanistisch verweichlichten Wunschbilder weichen immer mehr den obskursten Vorstellungen, von denen wir bei manchen geargwöhnt hätten, sie wären nur noch in Geschichtsbüchern zu erspähen.

Im Gespräch auf der Straße mit „Neuheiden“

„Welcher Gott? Ich bin Polytheist.“ – lautete das Glaubensbekenntnis eines jungen Mannes auf meine naive Frage „Wie stellst du dir Gott vor?“ Wie konnte ich so kleinkariert sein, und von einem Gott ausgehen? Schnell fiel mir Thors Hammer („Mjölnir„) auf, der an der Halskette meines Gegenüber baumelte. Ein Anhänger des sogenannten „Neuheidentums“ (oder Neopagismus) saß vor mir auf der Parkbank.

Darauf war ich schlecht vorbereitet. Zwar kenne ich mich in der nordischen Mythologie ein bisschen aus, weiß von Thor, Odin und Ragnarök und habe in der Edda gelesen – aber hatte das gedanklich als religionsgeschichtliches Grundwissen archiviert. Doch die Zahl der Neuheiden wächst weltweit – auch in Deutschland.

Jesus oder Batman?

Der Glaube an antike Gottesvorstellungen erlebt eine Renaissance: In Griechenland pilgert man wieder zu den Tempeln von Artemis, Venus und Zeus. Hierzulande sind es eher die nordischen und germanischen Götter. Letztere sind in den letzten Jahren auch immer wieder in den Kinos in den Avengers-Filmen zu sehen. Thor und Loki kämpfen hier mit Superhelden wie Batman oder den Hulk. Ein religiös-cineastisches Potpourri, typisch für unsere Zeit.

Was haben wir als Leib Christi hier falsch gemacht? Warum scheinen für viele diese althergebrachten Gottesbilder attraktiver als der Gott der Bibel? Liegt es an unserer Verkündigung, die oft so seicht und besucherfreundlich ist, dass sie oft niemanden mehr stört oder herausfordert? Oder liegt es daran, dass viele das Evangelium überhaupt nicht gehört haben? Fragen, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen!

Gemeinsam Neuland betreten

Das Seminar wurde unter den Titel „Acts 29“ gestellt: Apostelgeschichte 29, die Fortsetzung des Buches mit 28 Kapiteln.

Für das Gospel House Wiesloch war Evangelisation Neuland. Die junge und dynamische Gemeinde lud mich daher ein, ihnen zu dienen und sie bei den Schritten dorthin zu begleiten. Ich bin dankbar, mit Jul und Martina langediente und äußert erfahrene Kollegen mit mir im Team gehabt zu haben, um die Gemeinde zu trainieren.

Hier zwei Statements, wie die Gemeinde die Schulung empfunden hat:

Im Newsletter der Gemeinde heißt es:

„Für uns waren diese Tage ein Meilenstein. Gemeinsam gingen wir auf die Straßen von Wiesloch um die Beste Botschaft der Welt mit den Menschen zu teilen. Wir erlebten eine unglaubliche Offenheit und wurden zu einem evangelistischen Lebensstil ermutigt und erlebten, dass es Spaß macht, von Jesus in der Öffentlichkeit zu reden“

Micha Acker, Pastor der Gemeinde:

„Für uns als Gemeinde was das Seminar sehr wertvoll und absolut praxisbezogen. Wir wollten „hinaus“ auf die Straße wussten jedoch nicht richtig wie. Rainer und sein Team zeigten uns tolle Ideen und Möglichkeiten wie wir die Beste Botschaft auf eine ansprechende Weise den Menschen weitergeben können.“

Darf es ein bisschen Mut sein?

Am Sonntag nach der Schulung durfte ich im Gottesdienst der Gemeinde dienen:

Hier die Predigt als Video

Und als Audiodatei.

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Ich hoffe, die Predigt ermutigt auch dich – im wahrsten Sinne des Wortes.


Bildergalerie:
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