Evangelium und Essen in den Quarry Slums

„Ein hungriger Bauch hat keine Ohren“ hat schon Martin Luther gesagt. Was die Aussicht auf einen gefüllten Magen hingegen bewirkt, durften wir in den Quarry Slums erleben.

Dankbarkeit und freudestrahlende Gesichter konnten unsere vielen ehrenamtlichen Helfer immer wieder sehen: Jede Familie bekam fertig abgepackte Pakete mit Lebensmitteln – dazu für jeden Erwachsenen ein evangelistisches Heft. Auch hatten wir alle ehrenamtlichen Mitarbeiter geschult, selbst von Jesus zu reden: So trafen mehrere Dutzend Erwachsene eine Entscheidung für Jesus.

Unser ursprünglicher Plan war es, bei einem christlichen Verlag oder Missionswerk evangelistische Hefte zu kaufen und dann zu verteilen. Jedoch wurde das schwerer als gedacht. So erstellte ich kurzerhand selbst ein kleines Heft mit dem Titel „Turning fear into hope“ – Gott verwandelt Furcht in Hoffnung, auch in Zeiten von Corona.

Viele waren völlig verwundert: Christliche Gemeinde kümmern sich um sie und verschenken Essen? Ohne Gegenleistung? Christliche Gemeinden haben in Kenia leider sehr oft einen äußerst schlechten Ruf: Zu viele Pastoren sehen Gemeinde bloß als Geschäftsmodell und sind lediglich am Geld ihrer Schäfchen interessiert. Viele, die früher einmal Jesus nachfolgten, haben deshalb nicht nur ihre Gemeindemitgliedschaft an den Nagel gehängt, sondern ihren Glauben an Jesus gleich mit. Bei der Essensverteilung haben alle Anwesenden gesehen: Es geht auch anders! Es gibt Pastoren und Gemeinden, die uns etwas schenken, sich um uns kümmern, obwohl wir seit Jahren keinen Shilling mehr ins Opferkörbchen geworfen haben. Viele erneuerten ihren Glauben und besuchten in den Wochen danach wieder die Gottesdienste der Gemeinden.

Einfach nur Essen ausgeben ist nicht nachhaltig – sagen viele. Jedoch ist es nur eine Halbwahrheit, die in der Entwicklungszusammenarbeit immer wieder wiederholt wird. Diese Aktion war in doppeltem Sinne nachhaltig:

  1. Zum einen war sie nachhaltig bis in die Ewigkeit, da viele Jesus kennenlernten, in ihm ewiges Leben gefunden haben und darüber hinaus in die Gemeinden integriert wurden.
  2. Zum anderen war sie nachhaltig, weil sie viele inspirierte selbst aktiv zu werden. Wohlhabendere Gemeindemitglieder fingen an, andern zu helfen und einige Gemeinde sammelten Lebensmittel für ihre bedürftigen Mitglieder. Wir hatten die Gemeinden, mit denen wir arbeiteten, zuvor ermutigt selbst aktiv zu werden: „Jemand, der das hier gespendet hat, hat ein Opfer gebracht – wir ermutigen euch, dass auch zu tun, wo immer es möglich ist!“

Diese Verteilaktion im April war die zweite von vielen Verteilaktion im Rahmen unserer Coron-Hilfe in Kenia. Die Hilfaktion läuft noch mehrere Monate weiter.

Ich bin sehr dankbar für alle Spender, die es finanziell möglich gemacht haben und für alle Beter, die es geistlich möglich gemacht haben!

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